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Vom Most zum Wein
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Der Reifegrad
Der Reifegrad und
damit verbunden der Zuckergehalt wird bei uns technisch in
Oechslegraden ausgedrückt. Die Oechslegrade (ºOe) geben an,
um wie viele Gramm schwerer ein Liter Saft ist als ein Liter Wasser bei
20 ºC. Bei einem Litergewicht von 1,080 kg "zieht" ein Most also
80 ºOe. Aus den ºOe lässt sich der ungefähre
Zuckergehalt berechnen, aber auch der approximative Alkoholgehalt.
- 5 ºOe = 1% Zucker (ºOe x 2 = Gramm Zucker /
Liter
!)
- 8 ºOe = 1 Volumenprozent Alkohol
- 10 ºOe = 1 Gewichtsprozent Alkohol
Diese Berechnungen basieren auf empirischer Grundlage und gelten
für das Normaljahr. In Jahren mit sehr guter oder sehr schlechter
Ernte ergeben sich Abweichungen. In guten Jahren ist der Zuckergehalt
grösser als nach Berechnung, in Schlechten Jahren umgekehrt. Es
existieren andere, genauere Umrechungsformeln, die aber bei nicht
wesentlich höherer Genauigkeit komplizierter zu handhaben sind.
Bestimmung des Reife
Faktors
Neben den ºOe wird der Säuregehalt titrimetrisch bestimmt,
ausgedrückt in g Weinsäure pro Liter Most. Der Reifefaktor
ist dann wie folgt definiert:
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Oechslegrade x 10
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Reifefaktor
(R)
=
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-----------------------------
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Gesamtsäure
(g/l)
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Als Voraussetzung für Spitzenprodukte sind Moste mit Reifefaktoren
über 100, für gute Flaschenweine solche von 70 bis 100 zu
betrachten.
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Verschwellen der Weinpresse aus Holz während der Gärung
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Produktion
von
Kleinmengen
(Hobby)
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Das Traubengut ist in einem Verschlag eingeschlossen, damit weniger
Energie benötigt wird.
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Frisch gestampfte Trauben Maische. Die Stiele wurden nicht entfernt.
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Geheizt
wird mit einem einfachen Elektro Ofen.
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Bestimmung
des
Zucker Gehalts mit dem Refraktometer

Dieses Messverfahren beruht auf der Tatsache, dass zwischen dem
Zuckergehalt und dem Gehalt an anderen gelösten Stoffen der
Traubensäfte einerseits und ihrer Lichtbrechung andererseits
gesetzmässige Beziehungen bestehen. Die Wirkungsweise eines
Refraktometers beruht auf dem physikalischen Phänomen der
Totalreflexion, das an der Grenzfläche zwischen optisch
unterschiedlich dichten dielektrischen Medien auftritt, wenn die
Grenzfläche in Richtung vom optisch dichteren zum optisch
dünneren Medium hin durch strahlt
wird. Die Instrumente weisen unterschiedliche
Eichungen auf: zum Beispiel ºOe, ºBrix, ºBalling etc.
Das Handrefraktometer ist besonders beliebt zur laufenden
Reifekontrolle im Rebberg. Aussagekräftige Urteile lassen sich
aber nur nach einer grösseren Zahl von Messungen abgeben. Die
Bezugstemperatur bei Refraktometer Messungen ist 20 ºC. Weicht die
Temperatur ab, muss die Probe thermostatisiert oder eine
Temperaturkorrektur durchgeführt werden.
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| 2010
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Säure
|
|
Temperatur |
|
| Datum |
Zeit |
pH
/
g/l
|
Öchsle |
Luft |
Wein |
Kommentar |
Samstag, 23. Oktober
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14:00 |
3.25 / 13.1
|
81º |
10º |
11.4º |
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Sonntag, 24. Oktober
|
10:00 |
|
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Kalk,
Schweflige
Säure, Plastik Verschlag, Heizung Stufe 4
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Montag, 25. Oktober
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09:30 |
3.77 / 7
|
81º
|
20º |
19º |
Heizung
Stufe 1
|
Mittwoch, 27. Oktober
|
10:00 |
|
81º |
16º |
18º |
Hefe Zusatz, Lalvin W15 |
Donnerstag, 28. Oktober
|
8:00 |
|
80º |
15º |
17º |
|
Donnerstag, 28. Oktober
|
14:00 |
|
79º |
15º |
17º |
|
Donnerstag, 28. Oktober
|
20:00 |
|
75º |
15º |
18º |
|
Freitag, 30. Oktober
|
08:00 |
|
66º |
14º |
19º |
|
| Freitag, 30. Oktober |
14:00
|
|
60º |
14º |
20º |
1. Heizung
max.
|
| Freitag,
30. Oktober |
20:00
|
|
55º |
20º |
22º |
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Samstag,
31. Oktober
|
10:00
|
|
40º |
21º |
25º |
2. Ofen
Stufe 3
|
Samstag,
31. Oktober
|
14:00
|
|
35º |
29º |
27º |
|
Samstag,
31. Oktober
|
20:00
|
|
27º |
30º |
28º |
Heizung
abgeschaltet.
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Sonntag,
1. November
|
08:00
|
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27º |
11º |
25º |
Gärung
abgeschlossen
|
| Sonntag,
1. November |
14:00
|
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xº |
xº |
xº |
|
| Sonntag,
1. November |
20:00
|
|
xº |
xº |
xº |
|
Montag,
1.November
|
13:00
|
|
xº |
xº |
xº |
Wein gepresst-
ergibt 120 Liter
|
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|
3.6 / 9.5
|
º |
15º |
17.5º |
Werte nach dem Pressen
aus dem Fass
|
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Bestimmung des
Zuckergehalts mit der Oechslewaage
Die Oechslewaagen sind
heute auf 20 ºC geeicht. Sie
sind meistens mit einem Einbau-Thermometer ausgestattet. Für die
offizielle Messung dürfen nur amtlich geeichte Instrumente
verwendet werden.

Weicht die Most Temperatur von der Eichtemperatur ab, muss pro ºC
mit 0.2 ºOe korrigiert werden. Höhere Temperatur -- addieren,
niedrigere Temperatur -- subtrahieren.
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Chemische
Verbindungen
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Zucker: Moste mit hohen
Zucker Gehalten (über ca. 250 g/l) werden häufig nur
schleppend vergoren, weil der hohe osmotische Wert der Lösung zur
Entwässerung der Zelle führt.
Stickstoff:
Traubensaft
stellt für die Hefen ein ideales Medium dar. Werden Moste zu stark
vorgeklärt (Weissweinbereitung), können
Gärstörungen auftreten, die u.a. auf Mangel an
Stickstoffquellen zurückzuführen sind. das Gesetz gestattet
den Zusatz von Ammoniumphosphat, welches von der Hefe als alleinige
Stickstoffquelle verwertet werden kann.
Ethanol: Im Laufe
der
Gärung gewöhnen sich die Hefen an höhere Alkoholgehalte.
Sie bekunden aber Mühe in alkoholhaltigen Säften an zuwachsen.
CO²: Ein Teil
des
gebildeten CO² löst sich im Most. Die Menge gelösten
CO² ist indirekt proportional der Temperatur. CO² hemmt die
Gärung schon in verhältnismässig kleinen Dosen.
Ungenügendes Entbinden des CO² bei der Gärung wirkt sich
vor allem bei tieferen Temperaturen aus, weil die CO²
Konzentration erhöht ist.
Schweflige Säure:
führt in jedem Fall zu einer Verzögerung des Gärbeginns,
deren Dauer von der Höhe des SO² Gabe abhängt.
Sterole (Sterine):
Sterole sind eine Gruppe hochmolekularer, polycyclischer
sekundärer Alkohole., die in tierischen (Zoosterine zum Beispiel
Cholesterin, pflanzlichen und pilzlichen Zellen gebildet werden. Das
wichtigste Sterole ist das Ergosterol.
Hefen,
die
unter anaeroben Bedingungen gewachsen sind, enthalten sehr
wenig, unter aeroben Bedingungen gewachsene Zellen (Trockenhefen, gut
gelüftete Moste) grössere Mengen Ergosterol.
< 0.5% Hefetrockengewicht --> Vermehrungs-Stop
< 0.3% Hefetrockengewicht --> Gär-Stop
Bei Rotweinen werden Probleme wegen fehlender Sterole kaum beobachtet.
Der Kontakt mit den Beerenhäuten scheint einen sehr positiven
Einfluss auf den Sterol -Gehalt der Hefen zu haben. Bei der
Weissweinbereitung, wo der Kontakt mit den Beerenhäuten kaum
gegeben ist, treten die beschriebenen Probleme häufiger auf. |
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Die
Alkoholische Gärung
Die alkoholische Gärung ist die wichtigste Voraussetzung in der
Weinbereitung. die im Traubenmost vorhandenen Hexosen (Glucose und
Fructose) sowie zugesetzte Saccharose, die im Most in kurzer Zeit in
Glucose und Fructose zerfällt, werden i.a. bis auf kleine
Reste zu Alkohol und CO² sowie anderen Produkten umgesetzt.
Pentosen können von den Hefen nicht vergoren werden. Die meisten
in der Weinbereitung auftretenden Saccharomyces-Arten sind glucophil,
das heisst sie vergären Glucose bevorzugt. Nicht vergorenen,
kleine Zuckerreste bestehen deshalb vorwiegend aus Fructose. Die
Alkoholbildung durch Hefen erfolgt über den
Fructose-Disphosphat-Weg. Gewisse Gärungsprodukte zeigen, dass
auch der Citronensäurezyklus eine wenn auch untergeordnete Rolle
spielt. Dies ist im Prinzip zu Beginn der Gärung der Fall, wenn
noch gelöster Sauerstoff da ist. Diese aerobe Verwertung von
Glucose ist für die Hefe energetisch sehr viel interessanter als
die Gärung und für die Weinbereitung wicht, weil dann
vermehrt Hefemasse erzeugt wird und die Gärung anschliessend
zügiger vorangeht.
Die bei der alkoholischen Gärung anfallenden Produkte werden im
allgemeinen wie folgt eingeteilt:
- Hauptprodukte: Ethanol,
CO²
Als durchschnittliche praktische
Ausbeute nimmt man rund 47% Ethanol an. Es fallen rund 46% des
vorhandenen Zuckers als CO² an. Die Menge des entstehenden
CO² ist ungefähr 40-mal so gross wie die des gärenden
Mostes (1000 Liter Most von 80 ºOe ergäben rund 37 m²
CO²).
- Primäre Nebenprodukte
- Glyzerin ist
mengenmässig das wichtigste
Gärungsnebenprodukt und mitverantwortlich für den
"Körper" eines Weines. Die Glycerinbildung ist als
Ausweichreaktion bei einem Überschuss von NADH² aufzufassen.
Glyzerin wird vor allem in der Angärphase gebildet. Der
Glyzeringehalt ist abhängig von Zuckergehalt, Hefestamm, Zustand
des Traubengutes, SO² Gehalt des Mostes.
- Brenztraubensäure, Acetaldehyd,
2-Keto-Glutarsäure:
alle
Komponenten haben Bedeutung als
Bindungspartner der schwefligen Säure.
- Essigsäure (Acetat,
"flüchtige"
Säure):
Ihre
Bildung erfolgt hauptsächlich während der Hefe Vermehrung und
der Angärung.
- Milchsäure
- Bernsteinsäure (Succinat),
Zitronensäure:
Beide
Verbindungen sind Zwischenprodukte des
Citronensäurezyklus. Zitronensäure ist bereits im Most in
kleinen Mengen vorhanden. Beide Verbindungen spielen technologisch
keine bedeutende Rolle.
- Sekundäre Nebenprodukte
- Höhere Alkohole (auch "Fuselöle"): Die
höheren Alkohole sind wesentlicher Bestandteil der Ester und damit
des Weinbuketts. Ihre Bildung beginnt im wesentlichen am Ende der
Hefe Vermehrung. Ihre Bildung erfolgt genau wie bei der Bildung von
Ethanol über Ketosäuren zu Aldehyden und Schliesslich zu
Alkoholen.
- Butandiol-(2,3), Acetoin, Diacetyl sind eng
miteinander verwandte Verbindungen. Sie werden als Nebenprodukte der
Zellwand Synthese betrachtet.
- Methanol, Galacturonsäure: Beide Stoffe entstehen
beim Abbau von Pektin. Während Methanol zur Hauptsache durch
traubeneigene Enzyme abgespalten wird, sind Hefen in der Lage durch
Pektin Abbau Galacturonsäure frei zusetzen.
- Aldehyde, Ketone: Wie bei den Estern sind auch viele
Carbonyl Verbindungen geruchs- und geschmackswirksam. Sie sind
ebenfalls
zu den Aromastoffen zu zählen.
- Ester: spielen als Bukettstoffe eine wichtige Rolle. als
alkoholische Komponente dominiert Ethanol, doch werden auch die
höheren Alkohole verestert. Säure Komponenten sind Acetat,
daneben in kleinen Mengen Propionat, Butyrat u.a.
- Wärme als Nebenprodukt: Die für die ATP Bildung
nicht verwertbare Energie fällt als Wärme an.

- Ein Teil der
Wärme wird über CO² und Abstrahlung abgeführt. Der
Rest muss gegebenenfalls aktiv entfernt werden. Steigt die Temperatur
zu hoch, kann die Hefe absterben und die Gärung bricht ab. Es ist
schwierig, manchmal unmöglich, die Gärung wieder in Gang zu
bringen
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Einflussfaktoren
auf Hefen und Gärung
Die für die Gärung verantwortlichen Hefen der Gattung
Saccaromyces sind nicht in der Lage, bei Temperaturen unter 10 ºC
zügig zu gären. Der Temperaturbereich maximaler
Gärleistung liegt zwischen rund 20 und 30 ºC. Ab 35 ºC
treten Störungen auf und -abhängig vom Alkoholgehalt des
gärenden Mostes- spätestens ab 40 ºC beginnen die Hefen
abzusterben.
Je höher die Mosttemperatur, desto schneller beginnt die
Gärung, desto niedrigere Endalkohol Werte werden erreicht.
Temperatur
ºC
|
Gärbeginn
nach
|
Endalkohol
V
%
|
10
|
8 Tage
|
16.2
|
15
|
6 Tage
|
15.8
|
20
|
4 Tage
|
15.2
|
25
|
3 Tage
|
14.5
|
30
|
36 Std
|
10.2
|
35
|
24 Std
|
6
|
Unterschiede in der Gärtemperatur führen zu Änderungen
im Anteil der unterschiedlichen Gärungsnebenprodukte.
Einfluss der Gärtemperatur auf die Bildung von
Gärungsnebenprodukten.
Temp.
ºC
|
Ethanol
V%
|
Glyzerin
g/l
|
Acetat
g/l
|
Succinat
g/l
|
15
|
10.0 |
4.5 |
0.56
|
0.60
|
20
|
10.5 |
5.8 |
0.84
|
0.65
|
25
|
10.5 |
5.6 |
0.84
|
0.56
|
30
|
10.5 |
6.7 |
0.85
|
0.60
|
35
|
9.8 |
9.0 |
1.08
|
0.77
|
Temp.
ºC
|
Acetoin
g/l
|
Butandiol
g/l
|
Acetald.
g/l
|
|
15
|
0.08 |
0.38 |
0.02
|
|
20
|
0.09 |
0.47 |
0.03
|
|
25
|
0.12 |
0.52 |
0.04
|
|
30
|
0.14 |
0.58 |
0.05
|
|
35
|
0.24 |
0.84 |
0.07
|
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Spontangärung
-
Reinhefegärung
Die spontane Gärung ist in
traditionellen
Weinbaugebieten meist
die
vorherrschende Gärform. In vielen Regionen und Betrieben wird der
Reinhefegärung aus Qualitätsgründen der Vorzug gegeben.
Der Einsatz von Hefen als Starterkulturen in der Weinbereitung
verfolgt
ein doppeltes Ziel:
- Erstens soll die Gärung möglichst schnell in Gang
gebracht
werden. Dadurch lassen sich unerwünschte Organismen in ihrer
Entwicklung bremsen oder ausschalten.
- Zweitens sind Starterkulturen Gärhefen mit definierten
Eigenschaften. die Hefen wurden nach vorbestimmten Kriterien
selektioniert und getestet. Wünschenswert sind unter anderem
folgende
Merkmale:
- Ausreichende Vermehrungsgeschwindigkeit
- Widerstandsfähigkeit gegen hohe Alkohol Konzentration,
gegen SO² und gegen erhöhte O² Konzentration
- Vollständige Zucker Vergärung
- Bildung kleinster Mengen flüchtiger Säure
- Keine Bildung von SO² aus Sulfat, keine Bildungen von
H²S und Merkaptanen (=Thioalkohole, "verhockte Böckser")
Je nach erwünschtem Endprodukt lässt sich diese Aufstellung
erweitern
und verfeinern. Reinhefen werden als konzentrierte Suspensionen, Pasten
oder getrocknet als Granulat abgegeben. Sie müssen frei von
schädlichen
Organismen sein.
Über die Zweckmässigkeit des Einsatzes von Hefe Reinkulturen
in der
Weinbereitung gehen die Meinungen auseinander. Pauschale Richtlinien
lassen sich auf keinen Fall festlegen. Allgemein darf festgehalten
werden, dass die Anwendung von Starterkulturen bei Maische Erhitzung
notwendig ist und bei minderwertigem Traubengut sowie in der
Massenweinproduktion angezeigt erscheint.
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